Gestern wieder unterwegs: drei steinerne Zeitzeugen in Skåne
Es gibt diese Tage, an denen man mit der Kamera loszieht und mehr findet, als man zu hoffen wagte. Gestern war so einer. Irgendwo zwischen Hästveda, Glimåkra und Östra Broby, im bewaldeten Norden von Skåne, bin ich auf drei Orte gestoßen, die seit Jahrtausenden still in der Landschaft liegen — vermoost, von den meisten übersehen, und doch unfassbar lebendig, wenn man erst einmal davorsteht. Komm mit auf den Streifzug.
Der versteckte Reststein von Hästveda
Den ersten hätte ich fast verpasst. Direkt an der Straße, versteckt zwischen Sträuchern, steht ein aufrechter Stein — knapp einen Meter hoch, die Kanten von Jahrtausenden gerundet, der Scheitel von Moos überzogen. Im schwedischen Denkmalregister (Riksantikvarieämbetet/Fornsök) trägt er den nüchternen Namen „Grab mit Steinen markiert". Seine genaue Funktion? Unbekannt. Genau das ist das Faszinierende: Hier steht etwas, das ein Mensch vor sehr langer Zeit bewusst aufgerichtet hat — und wir können nur noch rätseln, warum.
Man steht vor so einem Stein, legt die Hand auf das kühle, raue Moos — und plötzlich sind die Jahrtausende kein abstrakter Begriff mehr.
Die rätselhaften Schälchen von Glimåkra
Ein paar Kilometer weiter, in einem lichten Eichenhain, dann dieser Brocken: ein gewaltiger Findling, über und über mit leuchtend grünem Moos überzogen, fast sieben Meter lang. Was ihn besonders macht, sieht man erst auf den zweiten Blick — auf seinem Rücken sind zehn Schälchen eingearbeitet, je 5 bis 6 Zentimeter im Durchmesser, von Menschenhand in den harten Stein geschliffen. Solche Felsritzungen stammen meist aus der Bronzezeit. Wofür sie dienten — Opferkult, Sternbilder, Fruchtbarkeitssymbole? — weiß bis heute niemand sicher. Verwittert, geheimnisvoll, großartig.
Das Gräberfeld von Östra Broby
Der Höhepunkt des Tages. Auf einer Anhöhe zwischen Wacholder und Wiese liegt ein ganzes Gräberfeld — 40 mal 20 Meter, bestehend aus fünf Steinsetzungen. Es sind ursprünglich runde Anlagen, 6 bis 9 Meter im Durchmesser, aufgeschichtet aus faust- bis kopfgroßen Steinen. Die größte von ihnen trägt eine umlaufende Kantenwelle und eine zentrale Mittelsteinsetzung und misst stattliche 14 Meter. Über die Jahrhunderte wurde manches ausgegraben, manches geplündert, manch ein Ackerstein dazugeworfen — und trotzdem erkennt man sofort: Hier haben Menschen ihre Toten bestattet, mit Sorgfalt, in der Form, die ihnen heilig war.
Wie ich solche Orte überhaupt finde
Ehrlich? An den meisten dieser Plätze würde ich achtlos vorbeilaufen. Kein Schild, kein Parkplatz, kein Hinweis — der Reststein steckt im Gebüsch, das Gräberfeld sieht aus der Ferne aus wie ein Haufen Steine. Das Werkzeug, das aus einem Spaziergang eine Zeitreise macht, ist eine gute Karte.
Ich nutze dafür die PrimeMap App. Sie zeigt mir die archäologischen Fundstellen als eigene Pins direkt auf der Karte — mit Typ, Datierung und der originalen Beschreibung aus dem schwedischen Denkmalregister, übersetzt in meine Sprache. So weiß ich vorher, was mich erwartet, und finde Orte, die sonst unsichtbar bleiben.
Entdecke die Vorzeit vor deiner Haustür
Über 300.000 archäologische Stätten allein in Schweden — plus Burgen, Ruinen und Lost Places in ganz Europa. Mit Beschreibung in deiner Sprache. Kostenlos für iPhone & Android.
